Kirchenglocken

Aufzug der Abendglocke

Herzliche Einladung zum Glockenaufzug! Die Abendglocke ist aus Holland zurück und wird am 5. November anschliessend an den Gottesdienst (ca. 10.30) wieder in den Turm gezogen.

Flyer

Eine Glocke auf Reisen

Die Abendglocke erlitt 2015 eine Sprung. Am 31. August 2017 wurde sie vom Turm geholt. Jetzt reist sie nach Holland, wo sie repariert wird.

Eine Dokumention der Reise finden Sie hier.

Bedeutung der Kirchenglocken

Glocken – ein besonderer Klang. Er lässt uns aufhorchen und ruft Erinnerung an alte Zeiten wach. Was bedeutet ihr Läuten?

Anfänge. Bronzeglocken kannte man in Vorderasien bereits im 9. Jahrhundert vor Christus. Im römischen Reich regelte Glockenläuten den Tageslauf (Beginn des Marktes, der Sklavenarbeit, etc.) und diente als Signal. Handglocken halfen Dämonen abzuwehren. Die ersten Christen haben Glocken als heidnisch abgelehnt. Doch die christliche Kirche im Orient begann sie zu nutzen, und sie gelangten mit den wandernden Kelten nach Irland und Schottland. Im 7. Jahrhundert kamen Glocken mit der Christianisierung in die Schweiz. Seit dem 8. Jahrhundert gehören diese zu Kirchen und Klöstern. Glockenläuten rief die Gläubigen zum Gottesdienst und begleitete wichtige Teile der Messe. Grabläuten geleitete Verstorbene auf ihrem letzten Weg. Sturmläuten warnte vor Feuer, Krieg, etc. Daneben waren Glocken wichtig zur Einteilung des Tages und der Woche. Morgens, mittags und abends riefen sie zum Gebet. Das Vesperläuten (15 Uhr) erinnerte freitags an den Tod Jesu. Auf Sonn- und Feiertage wurde am Vorabend mit vollem Geläut eingestimmt. Das Mittagläuten rief zum Gebet gegen Epidemien und Teuerung. Nach der Reformation wurde das Läuten eingeschränkt. Doch die Abschaffung vom Mittagsläuten provozierte Protest, weil man es zur Zeiteinteilung schätzen gelernt hatte. So wurde es 1584 wieder eingeführt.

Bolligen. Noch heute hat die Einwohnergemeinde Bolligen das Recht, die Glocken der Kirchgemeinde für das Mittagsläuten (12 Uhr) zu nutzen. Vertraut sind uns daneben das Abendläuten (18 Uhr im Winter, 19 Uhr im Sommer) und das volle Geläut beim Jahreswechsel. Hören wir das volle Geläut zu anderen Zeiten bedeutet es Beginn vom Gottesdienst; sei es am Sonntag, zur Hochzeit, zur Trauerfeier oder zu Kinder/Jugendgottesdiensten. Doch was bedeutet das Läuten am Sonn – und Freitagmorgen um 8 Uhr? Beide stammen aus alter Zeit und ermuntern, sich für den Predigtgang bereit zu machen. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war freitags ein Gottesdienst üblich. Er wurde gern von Müttern zum ersten Kirchgang nach dem Wochenbett genutzt. Als er eingestellt wurde, blieb das Läuten um 8 und 9 Uhr erhalten.

Das volle Geläut der Bolliger Glocken tönt im Vierklang e-gis-h-cis. Die gis-Glocke („Abendglocke“) stammt von 1489, die übrigen drei sind jetzt 90-jährig (Glockenaufzug am 15. September 1924). Die grösste, die e-Glocke, schlägt die vollen Stunden, die h- und gis-Glocke die Viertelstunden. Die kleine cis-Glcoke hören wir im vollen Geläut. Alte Bolliger wissen zu erzählen, wie früher Jung und Alt dem Sigrist beim Läuten halfen. Sie wussten dabei wohl, was die Glocken hinausrufen: Die Abendglocke mit dem Engelsgruss an Maria als Inschrift „Dominus tecum“, der Herr ist mit dir! – die Stundenglocke Worte  vom Engelchor „Ehre sei Gott in der Höhe“. „Und Frieden auf Erden!“ heisst es weiter. Lauschen wir ihrem Klang, wie sie Gottes Frieden verheissen!

Martina Tschanz

 

 



Abendglocke